Salmos 88

ALBRECHT1926

1 Ein Psalm der Söhne Korahs. Dem Sangmeister, nach schwermütiger Weise

2 Jahwe, du Gott meines Heils, / Tagsüber hab ich schon immer geschrien, / Des Nachts liege ich vor dir.

3 Mein Gebet möge vor dich kommen! / Neige dein Ohr meinem lauten Flehn!

4 Denn mit Leiden bin ich gesättigt, / Und mein Leben ist nahe dem Totenreich.

5 Man zählt mich schon denen zu, die in die Grube hinunterfahren; / Ich bin wie ein Mann ohne Lebenskraft.

6 Unter den Toten ist mein Lager; / Ich gleiche Erschlagnen, die im Grabe ruhn, / Deren du nicht mehr gedenkst - / Sie sind ja getrennt von deiner Hand.

7 Du hast mich gelegt in die unterste Grube, / In dichte Finsternis und in die Tiefen.

8 Auf mir lastet dein Grimm; / All deine Wogen drücken mich nieder. Sela.

9 Meine Freunde hast du von mir entfernt, / Du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. / Ich bin eingeschlossen, kann nicht hinaus.

10 Mein Auge verschmachtet vor Elend. / Ich rufe dich, Jahwe, tagtäglich an, / Breite zu dir meine Hände aus

11 Tust du denn für die Toten Wunder? / Erheben sich Schatten, um dir zu danken?

12 Erzählt man im Grabe von deiner Güte, / Von deiner Treue im Totenreich?

13 Wird in der Finsternis dein Wunderwalten kund / Und deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens?"

14 Ich aber

15 "Warum denn, Jahwe, verwirfst du mich, / Verhüllest vor mir dein Angesicht?"

16 Ich bin ja so elend: hinsterbend von Jugend auf. / Das schreckliche Los, das du mir bestimmt, / Ich hab es ertragen - nun bin ich erschöpft!

17 Deine Zornesgluten gehn über mich; / Es vernichten mich deine Schrecken.

18 Wie Wasser umgeben sie mich allezeit, / Umringen mich allzumal.

19 Du hast alle Lieben von mir entfernt, / Mir bleibt als Freund nur - die Finsternis!

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