Salmos 69

ALBRECHT1926

2 Hilf mir, Elohim, / Denn die Wasser bedrohen mein Leben!

3 Versunken bin ich in tiefen Morast und kann nicht stehn; / Ich bin geraten in Wasserstrudel, es hat mich die Flut überströmt.

4 Ich bin müde vom Schrein, meine Kehle ist heiser; / Erloschen sind meine Augen, während ich harre auf meinen Gott.

5 Zahlreicher als meines Hauptes Haare sind, die mich grundlos hassen. / Mächtig sind, die mich zu vernichten suchen, / Die mich mit Unrecht befeinden. / Was ich nicht geraubt, das soll ich erstatten!

6 Elohim, du kennst meine Torheit, / Und mein Verschulden ist dir nicht verborgen.

7 Laß nicht in mir zuschanden werden, die auf dich harren, / Adonái Jahwe der Heerscharen (Herr)!

8 Denn meinetwegen habe ich Schmach ertragen, / Hat Schande mein Antlitz bedeckt.

9 Fremd bin ich meinen Brüdern geworden / Und unbekannt meiner Mutter Söhnen.

10 Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, / Und die Lästerungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

11 Wenn ich weinte bei meinem Fasten, / So ward ich deshalb verhöhnt.

12 Und zog ich an ein härenes Kleid

13 Die im Tore sitzen, schwatzen von mir, / Die Lieder der Zecher verhöhnen mich.

14 Ich aber, Jahwe, bete zu dir; nimm du es gnädig auf!

15 Entreiß mich dem Schlamm, daß ich nicht versinke! / Von meinen Feinden errette mich, / Zieh mich aus den Wassertiefen!

16 Laß mich die Fluten nicht überströmen, / Laß den Strudel mich nicht verschlingen, / Nicht schließe der Brunnen sich über mir!

17 Erhöre mich, Jahwe; denn deine Huld ist köstlich; / Nach deinem großen Erbarmen kehr dich zu mir!

18 Verbirg dein Antlitz nicht vor deinem Knechte! / Denn mir ist angst; antworte mir eilends!

19 O nahe du meiner Seele, erlöse sie, / Um meiner Feinde willen mache mich frei!

20 Du weißt ja, daß Schmach und Schande und Schimpf mein Teil gewesen; / All meine Dränger sind dir bekannt.

21 Die Schmach hat mein Herz gebrochen: ich sieche dahin. / Ich dachte, Mitleid zu finden, doch nein! / Ich hoffte auf Tröster und fand sie nicht.

22 Vielmehr ward mir Gift in die Speise gemischt, / Mit Essig tränkte man mich in meinem Durst.

23 Ihr Tisch soll ihnen zur Schlinge werden, / Zum Fallstrick, während sie sorglos sind.

24 Ihre Augen sollen finster werden und nicht mehr sehn. / Ihre Hüften laß immerdar wanken!

25 Gieß deinen Grimm auf sie aus, / Und deine Zornglut treffe sie!

26 Ihr Lager soll wüste werden

27 Denn den du geschlagen, verfolgen sie

28 Mehre du ihre Sündenschuld

29 Tilge sie aus dem Lebensbuch / Und mit den Frommen schreib sie nicht auf!

30 Doch ich bin gebeugt und schmerzbeladen, / Deine Hilfe, Elohim, sie wird mich schützen.

31 Dann will ich den Namen Gottes im Liede rühmen / Und ihn mit Danken erheben.

32 Das wird Jahwe besser gefallen als Rinder, / Als Stiere mit Hörnern und Klauen.

33 Sehen das Dulder

34 Denn Jahwe merkt auf die Armen, / Seine Gefangnen

35 Es sollen ihn loben Himmel und Erde, / Die Meere und alles, was drinnen sich regt.

36 Denn Elohim wird Zion helfen / Und bauen die Städte Judas, / Daß man dort wohne und sie besitze.

37 Seiner Knechte Nachkommen werden sie

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