Lucas 2

ALBRECHT1926

1 Zu jener Zeit

2 Diese Schätzung wurde vorgenommen

3 Da gingen alle hin, um sich in die Listen eintragen zu lassen: ein jeder in seine Heimatstadt

4 Auch Josef zog damals aus der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa zu der Davidstadt

5 um sich dort eintragen zu lassen

6 Während sie dort weilten, kam für Maria die Stunde ihrer Niederkunft:

7 sie bekam ihren ersten Sohn

8 Nun waren Hirten in jener Gegend, die auf freiem Feld Nachtwache hielten bei ihrer Herde.

9 Zu denen trat plötzlich ein Engel des Herrn, und ein Lichtglanz des Herrn umleuchtete sie. Da erschraken sie sehr.

10 Der Engel aber sprach zu ihnen: "Fürchtet euch nicht! Denn ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk

11 Euch ist heute in Davids Stadt ein Retter geboren: der Gesalbte, der Herr!

12 Und dies sei euch das Erkennungszeichen: ihr werdet ein Kindlein finden, das, in Windeln gehüllt, in einer Krippe liegt."

13 Plötzlich sammelte sich um den Engel eine Menge des himmlischen Heeres; sie alle lobten Gott und sprachen:

14 "Preis

15 Als die Engel sie verlassen hatten und wieder in den Himmel aufgefahren waren, da sprachen die Hirten zueinander: "Wir wollen doch nach Bethlehem hinübergehen und uns das ansehen, was der Herr uns kundgetan."

16 So gingen sie eilend hin und fanden Maria und Josef, dazu das Kindlein in der Krippe.

17 Bei seinem Anblick erzählten sie, was sie über dies Kind vernommen hatten

18 Und alle, die es hörten, waren über die Erzählung der Hirten verwundert.

19 Maria aber behielt dies alles und dachte in ihrem Herzen oft darüber nach.

20 Die Hirten kehrten dann wieder (zu ihren Herden) zurück: sie priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört

21 Acht Tage später wurde das Kind beschnitten. Da erhielt es den Namen Jesus, den der Engel schon vor seiner Empfängnis genannt hatte.

22 Als die von dem Gesetz Moses

23 nach dem Wort im Gesetz des Herrn: Jeder erstgeborene Knabe soll dem Herrn geweiht heißen

24 und um nach der Vorschrift im Gesetz des Herrn

25 Nun lebte damals in Jerusalem ein Mann mit Namen Simeon. Der war gerecht und gottesfürchtig; er wartete auf den Tröster Israels

26 Es war ihm auch vom Heiligen Geist kundgetan, er solle den Tod nicht sehen, ehe er den Gesalbten des Herrn geschaut.

27 Vom Geist getrieben, kam er (an jenem Tag) in den Tempel. Als nun die Eltern das Jesuskind hineintrugen, um nach dem Brauch des Gesetzes mit ihm zu verfahren,

28 da nahm er es auf seine Arme, pries Gott und sprach:

29 "Nun läßt du, Herr, deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden scheiden

30 denn meine Augen haben ja dein Heil gesehen

31 das du bereitet hast vor aller Völker Augen:

32 Es ist ein Licht, das leuchten soll den Heiden

33 Des Kindes Vater und Mutter staunten über diese Worte, die Simeon von ihm redete.

34 Dann segnete sie

35 daß auch dir selbst ein Schwert durch deine Seele dringen wird. So sollen sich die Gedanken vieler Herzen

36 Es war auch noch zugegen eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser. Die war hochbetagt. Nur sieben Jahre hatte sie nach ihrer Jungfrauenzeit mit ihrem Mann in der Ehe gelebt,

37 und nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren

38 Die kam auch in jenem Augenblick dazu

39 Als sie

40 Der Knabe aber wuchs heran und wurde stark; er ward erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade waltete über ihm.

41 Jedes Jahr reisten seine Eltern nach Jerusalem zum Passahfest

42 Als er zwölf Jahre alt war

43 Nach Ablauf der Festwoche

44 Sie meinten vielmehr, er sei unter den Festpilgern

45 Als sie ihn dort nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten überall nach ihm.

46 Am dritten Tag endlich fanden sie ihn im Tempel: dort

47 Alle aber, die ihn hörten, staunten über die Einsicht, die er durch seine Antworten

48 Als seine Eltern ihn erblickten, waren sie außer sich, und seine Mutter sprach zu ihm: "Mein Kind, warum hast du uns das angetan? Sieh, dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht."

49 Da entgegnete er ihnen: "Wie habt ihr mich nur suchen können? Habt ihr denn nicht gewußt, daß ich in meines Vaters Werk tätig sein muß

50 Dies Wort war jedoch für sie ein Rätsel.

51 Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen allezeit gehorsam. Und seine Mutter behielt dies alles fest in ihrem Herzen.

52 Jesus aber nahm zu an Weisheit und Leibesgröße sowie an Gunst bei Gott und Menschen

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