Salmos 139

ALBRECHT1926

1 Dem Sangmeister. Ein Psalm Davids.

2 Du weißt, wann ich sitze und wann ich aufstehe; / Mein Denken und Streben kennst du sogar, / Noch eh es mir klar geworden.

3 Du siehst, wann ich wandre und wann ich mich niederlege, / Mit all meinen Wegen bist du vertraut.

4 Denn es ist kein Wort auf meiner Zunge - / Sieh, o Jahwe, du weißt es ganz.

5 Von allen Seiten hältst du mich umschlossen, / Du hast deine Hand auf mich gelegt.

6 Dies Wissen ist mir zu wunderbar, / Zu hoch: ich kann mich ihm nicht entziehn.

7 Wohin soll ich gehn vor deinem Geist, / Wohin vor deinem Antlitz fliehn?

8 Wenn ich in den Himmel stiege - du wärest da; / Und wollt ich mir im Totenreich ein Lager bereiten - / Dort wärest du auch.

9 Flög ich auf Flügeln der Morgenröte, / Wollt ich weilen am Ende des Meers

10 Auch da würde deine Hand mich leiten / Und deine Rechte mich fassen.

11 Spräche ich: "Dunkel umhülle mich ganz, / Das Licht um mich her: es werde zur Nacht!" -

12 Auch Dunkel ist dir nicht zu dunkel

13 Denn du hast meine Nieren gebildet, / Du hast mich gewoben im Mutterleib.

14 Ich danke dir, daß ich so erstaunlich wunderbar entstanden bin: / Wunderbar sind ja auch sonst deine Werke, / Und meine Seele erkennt es wohl.

15 Nicht war dir mein Wesen unbekannt, / Als ich im Verborgnen bereitet ward, / Gewirkt in den Tiefen der Erde.

16 Schon meinen Fruchtkeim

17 Wie sind mir so köstlich, Gott

18 Wollt ich sie zählen - sie wären mehr als Sand: / Ich bin erwacht und bin noch bei dir.

19 Möchtest du doch, Eloah, die Frevler töten! / Und "ihr Blutmenschen

20 Sie reden in Arglist von dir, / Mißbrauchen zu Lug deinen Namen - sie, die Feinde!

21 Sollt ich nicht hassen, Jahwe, die dich hassen, / Nicht Abscheu empfinden vor denen, die dir widerstreben?

22 Ich hasse sie mit dem größten Haß: / Sie gelten mir als Feinde.

23 Erforsche mich, Gott

24 Sieh, ob ich neige zu unheilvollem Wandel, / Und leite mich auf den Ewigkeitsweg!

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