1 Ich frage nun: Hat Gott sein Volk verstoßen
2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er sich einst zum Eigentum erwählt. Wißt ihr nicht, was die Schrift in der Geschichte von Elia sagt? Der klagt vor Gott über Israel:
3 Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre umgestürzt; ich allein bin übriggeblieben, und sie trachten mir nach dem Leben
4 Doch wie lautet Gottes Antwort? Ich habe mir 7000 Männer erhalten, die nie ihre Knie gebeugt haben vor Baal
5 Ebenso gibt's auch heute einen (treuen) Überrest, den Gottes Gnade auserwählt hat.
6 Ist aber hier die Gnade ausschlaggebend, dann können keine Werke dabei in Frage kommen. Sonst wäre ja die Gnade keine Gnade mehr.
7 Wie steht's also? Was Israel erstrebt, das hat es (als Gesamtheit) nicht erlangt. Nur die Auserwählten haben es erlangt. Die anderen aber sind verstockt,
8 wie geschrieben steht: Gott hat ihnen einen Geist der Schläfrigkeit gegeben - Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören - bis auf den heutigen Tag
9 Und David sagt: Ihr Tisch
10 Ihre Augen sollen sich verdunkeln, daß sie nicht sehen; und ihre Rücken beuge immerdar
11 Ich frage nun: Sind sie deshalb gestrauchelt, um ins Verderben zu fallen? Nimmermehr! Sondern durch ihren Fehltritt
12 Hat nun aber schon der Fehltritt der Juden die Welt reich gemacht
13 Jetzt wende ich mich an euch, ihr Heidenchristen
14 wenn ich versuche, in (meinen Landsleuten,) meinem Fleisch und Blut, den Eifer (für die Frohe Botschaft) zu wecken und wenigstens einige von ihnen zum Heil zu führen.
15 Denn hat schon ihre Verwerfung der Heidenwelt (die Wohltaten der) Versöhnung gebracht
16 Ist das Erstlingsbrot heilig, so ist auch der ganze Teig heilig
17 Sind aber einige Zweige abgebrochen, und bist du
18 so erhebe dich nicht in Hochmut über die (abgehauenen) Zweige
19 Du kannst nun sagen: "Die Zweige sind abgebrochen worden, weil ich eingepfropft werden sollte."
20 Ganz recht! Sie sind wegen ihres Unglaubens abgebrochen worden; und du stehst an ihrer Stelle, weil du glaubst. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich!
21 Denn hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, so könnte er vielleicht dich auch nicht verschonen
22 So schau denn hin auf Gottes Güte und auf Gottes Strenge! Gegen die Gefallenen
23 Umgekehrt sollen jene
24 Bist du herausgeschnitten aus dem wilden Ölbaum, dem du ursprünglich angehörst, und im Widerspruch mit deiner Herkunft einem edlen Ölbaum eingepfropft worden: wieviel leichter können diese
25 Damit ihr euch nicht selbst für weise haltet
26 Dann wird ganz Israel gerettet werden
27 So will ich einen Bund mit ihnen schließen, wenn ich hinweggenommen habe ihre Sünden
28 Weil die Juden zur Zeit gegen die Heilsbotschaft verstockt sind, stehen sie Gott feindlich gegenüber, und das kommt euch zugute
29 Denn Gott nimmt seine Gnadengaben und Berufung nicht zurück.
30 Wie ihr
31 so sind sie
32 Denn Gott hat sie
33 Wie unergründlich tief ist Gottes Gnadenfülle, Weisheit und Erkenntnis
34 Denn: Wer hat des Herrn Sinn verstanden? Und wer hat ihn beraten
35 Wer hätte ihm etwas geschenkt, was ihm vergolten werden müßte
36 Von ihm, durch ihn, für ihn sind alle Dinge. Ihm sei Lobpreis in Ewigkeit! Amen.