Mateus 22

ALBRECHT1926

1 Jesus nahm von neuem das Wort zu Gleichnisreden und sprach zu ihnen

2 "Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

3 Er sandte seine Knechte

4 Da sandte er nochmals andere Knechte

5 Doch, ohne diese Botschaft zu beachten, gingen die einen von den Gästen auf dem Acker oder beim Handel ihren täglichen Geschäften nach.

6 Die anderen aber

7 Da ward der König zornig: er sandte seine Heere aus; die brachten diese Mörder um und verbrannten ihre Stadt

8 Dann sprach er zu seinen Knechten: 'Das Hochzeitsmahl ist fertig; doch die geladenen Gäste

9 So geht denn vor die Stadt hinaus: dorthin, wo die Feldwege beginnen

10 Die Knechte gingen aus auf die Landstraßen, und alle die sie fanden, führten sie herbei: Böse sowohl wie Gute

11 Nun trat der König ein, um sich die Gäste anzusehen. Da nahm er eine wahr, der trug kein Hochzeitskleid

12 Und er sprach zu ihm: 'Mein Freund, wie hast du Einlaß finden können ohne Hochzeitskleid?' Er aber schwieg.

13 Da sprach der König zu den Dienern: 'Bindet ihn an Händen und Füßen und werft ihn in die Finsternis hinaus!' Dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein

14 Denn viele sind berufen

15 Da gingen die Pharisäer hin und berieten sich, wie sie ihn in seinen eigenen Worten fangen könnten.

16 Sie sandten deshalb ihre Schüler

17 So sag uns denn, was meinst du: Darf man dem Kaiser Steuer zahlen oder nicht

18 Jesus aber merkte ihre böse Absicht und sprach zu ihnen: "Was versucht ihr mich, ihr Heuchler?

19 Zeigt mir die Steuermünze

20 Und er fragte sie: "Wessen Bild und Inschrift steht hier?"

21 Sie antworteten ihm: "Des Kaisers." Da sprach er zu ihnen: "So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt

22 Über diese Antwort waren sie verwundert, und sie verließen ihn und gingen ihres Weges.

23 An demselben Tag traten Sadduzäer zu ihm, die da behaupteten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm auch eine Frage vor.

24 "Meister", so sprachen sie, "Mose hat gesagt: Stirbt jemand kinderlos, so soll sein Bruder die verwitwete Schwägerin zum Weib nehmen und (mit ihr) seinem (verstorbenen) Bruder Nachkommen erwecken

25 Nun lebten unter uns sieben Brüder. Der erste freite und starb kinderlos: so hinterließ er seine Witwe seinem Bruder.

26 Ebenso ging es mit dem zweiten und dritten, ja mit allen sieben.

27 Zuletzt von allen starb auch die Frau.

28 Wem von diesen sieben wird sie nun bei der Auferstehung als Gattin angehören? Sie haben sie ja alle zur Frau gehabt."

29 Jesus antwortete ihnen: "Ihr seid im Irrtum, denn ihr kennt die Schriften nicht noch Gottes Macht

30 Die Auferstandenen freien nicht

31 Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr da nicht gelesen, was Gott zu euch in dem bekannten Wort spricht:

32 Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs

33 Das Volk, das diese Worte hörte, staunte über seine Lehre.

34 Als die Pharisäer erfuhren, er habe die Sadduzäer zum Schweigen gebracht, versammelten sie sich.

35 Einer aus ihrer Mitte, ein Gesetzeslehrer, wollte ihm eine Falle stellen und fragte ihn deshalb:

36 "Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?"

37 Er antwortete ihm: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allem Denken

38 Dies ist das wichtigste und höchste Gebot.

39 Das andere aber, das ihm gleichsteht, lautet: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst

40 In diesen beiden Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten

41 Als dann die Pharisäer beisammen waren, fragte sie Jesus:

42 "Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er?" Sie antworteten ihm: "Davids."

43 Da sprach Jesus zu ihnen: "Wie kann ihn denn David, vom Geist erleuchtet, Herr nennen, in dem Ausspruch:

44 Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sitze du zu meiner Rechten, bis ich dir deine Feinde zu Füßen lege

45 Wenn ihn nun David seinen Herrn nennt, wie kann er da zugleich sein Sohn sein?"

46 Darauf konnte ihm niemand ein Wort erwidern

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